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FED: Neuer Vorsitzender
Der neue FED-Vorsitzende Kevin Warsh wurde vereidigt. Er übernimmt den Posten von seinem Vorgänger Jerome Powell. Warsh übernimmt die FED in einer komplexen makroökonomischen Situation:
- Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenrate ist gering, aber die Anzahl neuer Stellen wächst langsamer als sonst. Außerdem ist noch unsicher, welchen Einfluss KI haben wird. Zumindest gab es in der jüngeren Vergangenheit viele Meldungen von Firmen, die Leute entlassen, weil sie vermehrt auf KI setzen.
- An den Finanzmärkten notieren Aktien auf einem Rekordhoch. Getrieben von der Euphorie im Tech-Bereich sind v.a. KI-Aktien weiter stark gestiegen.
- Am Anleihe-Markt (Bonds) sind die Renditen für 30-jährige Staatsanleihen auf dem höchsten Niveau seit 2007. Und anstatt Zinssenkungen rechnen viele Ökonomen mittlerweile wieder mit Zinssteigerungen durch die FED.
- Ausgelöst durch den Iran-Konflikt und die Sperrung der Straße von Hormus, ist die Inflation wieder gestiegen. Sie ist mittlerweile sogar höher als die Lohnsteigerungen. Die Menschen können sich also weniger leisten, wodurch das Verbrauchervertrauen sinkt.
Politik: Trump und Xi
US-Präsident Trump reiste mit einer großen Delegation von Wirtschafts-Bossen zu seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jingping. Das Treffen verlief insgesamt eher positiv für die Märkte.
Halbleiterfirmen wie Nvidia profitierten von Meldungen, dass Chips bald wieder nach China geliefert werden dürfen. In Sachen Iran-Konflikt gibt es die Zusage, dass China Iran nicht mit Waffen beliefert. US-Agrarfirmen könnten davon profitieren, dass China wieder mehr Sofa aus den USA importieren möchte.
Asia-Tech trotz Iran-Konflikt stark
Der Iran-Konflikt ist besonders für die asiatischen Märkte ein Risiko, kommt doch ein Großteil der Öl-Versorgung aus der Straße von Hormus.
Aber statt einem Abschwung, stehen der taiwanesische Leitindex (Taiex) und auch der südkoreanische (Kospi) heute besser da, als zu Beginn des Krieges.
Auch hier liegt der Grund im aktuellen Hype um Künstliche Intelligenz: Wenn die großen US-Techfirmen wie Meta, Alphabet, Microsoft, Amazon & Co. hunderte Milliarden Dollar in KI-Rechenzentren investieren, landen viele dieser Aufträge bei asiatischen Unternehmen: Samsung, TSMC, SK Hynix, etc. stellen Halbleiter und Speicherchips her, die gerade besonders gefragt sind.
Fun-Fact: Coke-Knappheit in Indien
In Indien gibt es Cola nur in Aluminium-Dosen. Und die sind durch die Blockade der Straße von Hormus knapp geworden. Aus dem nahen Osten kommen ca. 9% der globalen Aluminium Versorgung.
Wie man sieht, kommt aus dem Nahen Osten nicht nur Öl und Gas für die Energieversorgung, sondern auch andere wichtige Rohstoffe für die globalen Lieferketten.
Wichtig für die kommende Woche
Nach dem Rücksetzer am Freitag, wird es in der neuen Woche spannend. Am Mittwoch gibt es ein Highlight aus der Tech-Welt. Nvidia, die Firma, die wie keine andere für den Hype um KI-Technologie steht, öffnet seine Bücher. Die Quartalszahlen werden am Mittwoch nach Handelsschluss veröffentlicht. Nachdem die Aktie in den letzten Wochen neue Höchststände erreicht hat, wird man sehen, ob die Zahlen die hohen Erwartungen erfüllen können.
Interessant werden auch die Ergebnismeldungen der beiden großen US-Einzelhändler Target (am Mittwoch) und Walmart (am Donnerstag). Man sagt, dass man daran erkennen kann, wie die Konsumstimmung der US-Verbraucher ist. Wenn die Menschen in den USA eher unsicher sind und pessimistisch in die Zukunft blicken, möchten sie weniger ausgeben und eher sparen. Das merkt man dann an den Umsätzen von solch großen Supermarkt-Ketten.
Wenn die Menschen am täglichen Einkauf sparen, sitzt das Geld erst recht bei Konsumgütern, wie Elektronik, Kinobesuche, Haushaltsgeräte, Autos, Immobilien, usw. Schlechte Stimmung der Konsumenten hat also einen großen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung.
Ebenfalls am Mittwoch, werden die Inflationszahlen der Eurozone für den Monat April gemeldet. Ein wichtiger Gradmesser für die Europäische Zentralbank (EZB), inwiefern sie die Zinsen senken kann oder nicht.
Ihr amerikanisches Pendant, die Federal Reserve (Fed), wird das Protokoll ihrer jüngsten Sitzung, bei der sie über die Zinsen diskutiert hat, veröffentlichen. Diese sog. „Fed-Minutes“ geben einen Einblick in die Diskussionen und zeigen bspw. ob sich alle Mitglieder einig waren oder ob es verschiedene Lager gibt, wenn es um Zinssenkungen und -anhebungen geht.
Fazit
An den Finanzmärkten wird es nie langweilig. In der kommenden Woche wird es aber besonders interessant. Speziell die Zahlen von Nvidia werden mit Spannung erwartet und haben das Potenzial, die Märkte stark zu beeinflussen.
Quellen:
Diese Informationen stammen aus
– Newslettern folgender Herausgeber: WirtschaftsWoche, TIKR, Handelsblatt, Börse Stuttgart, Börse Düsseldorf, finanzen.net, OAWS, Business Insider, Lars Erichsen, HSBC und yahoo!finance
– Artikel aus Anleger-Magazinen: Barron’s
