Ich habe im Artikel Die Deutschen – Sparer aber keine Investoren davon berichtet, dass die Deutschen sich noch nicht so richtig an den Vermögensaufbau mit Wertpapieren herantrauen.
Ab 2027 gibt es dazu aber keine Ausreden mehr. Der Bundestag hat am Freitag (27. März 2026) eine der größten Reformen der privaten Altersvorsorge seit Jahrzehnten verabschiedet: das Altersvorsorgedepot
Was das ist und warum du deine Eltern darauf ansprechen solltest, erfährst du hier.
Für die Rente vorsorgen
Du hast sicherlich schon oft davon gehört, dass man sich nicht auf die staatliche Rente verlassen soll. Um im Alter seinen Lebensstandard halten zu können, ist es sehr sinnvoll, vorzusorgen und Geld für später zur Seite zu legen.
Der Staat fördert dich dabei, indem er dir Geld schenkt. Hört sich komisch an, es ist aber so. Der Staat hat auch nichts davon, wenn die Leute in Rente gehen und in die Altersarmut abrutschen.
Bisher gab es die sogenannten „Riester-Verträge“. Dabei hat man jährlich Geld angespart und der Staat hat noch was draufgelegt. Dies ist ein Auslaufmodell. Die Verträge waren viel zu kompliziert und haben kaum Rendite abgeworfen.
Das neue Modell
Das ändert sich jetzt. So sieht das neue Altervorsorge-Modell ab 2027 aus:
Nehmen wir als Beispiel eine Familie mit zwei Kindern. Wenn die Eltern 150 € im Monat in das Altersvorsorge-Depot einzahlen, macht das insg. 1.800 € im Jahr.
Der Staat legt hier nochmal 540 € drauf + 300 € pro Kind, also insgesamt: 1.140 €
Nochmal im Klartext:
1.800 € werden aus der eigenen Tasche bezahlt
1.140 € gibt es vom Staat dazu
-> Kontostand nach einem Jahr: 2.940 €
Das Fazit: Deine Eltern zahlen 1.800 € ein, aber es werden sofort 2.940 € investiert. Das ist eine Sofort-Rendite von 63 %, noch bevor der MSCI World sich auch nur einen Millimeter bewegt hat! Welches Sparbuch kann da mithalten?
Was ist neu?
Wie unterscheidet sich dieses neue Modell von den bisherigen Riester-Verträgen?
Beim Riester gab es eine „Beitragsgarantie“. Das bedeutet, dass garantiert wurde, dass du zumindest dein selbst eingezahltes Geld wiederbekommst, selbst wenn es einen Börsencrash gibt.
Das ist jetzt nicht mehr so. Du darfst das Geld in Wertpapiere wie z.B. ETFs einzahlen. Es gibt keine Garantie mehr, dass dein Geld zu Beginn der Rente zur Verfügung steht.
Ich weiß, das hört sich jetzt nicht wirklich nach einer Verbesserung an. Dazu musst du wissen, es gibt leider nichts umsonst. Eine Garantie, dass du dein Geld wieder bekommst, gibt es nicht für lau. Garantien kosten immer. Im Fall von Riester-Verträgen bezahlst du diese Sicherheit mit dem Verlust von Rendite. Es kommt am Ende nicht viel dabei heraus.
Im neuen Modell hast du diesen Bremsklotz nicht mehr und kannst an der langfristigen Wertentwicklung voll teilnehmen. Aber klar, du musst dir bewusst sein, dass dein Risiko damit steigt.
Wie hier im Blog bereits erwähnt, kann man mit breit gestreuten ETFs von einer Rendite von 5-7% im Durchschnitt rechnen. Zusammen mit der regelmäßigen Sparrate plus die staatliche Förderung beginnt der Zinseszins-Effekt sofort für dich zu arbeiten.
Fazit
Jeder, der arbeitet und in die Rentenversicherung einzahlt, wird im Ruhestand auch eine Rente bekommen. Die Frage ist nur, wie hoch sie sein wird und ob damit der Lebensstandard gehalten werden kann.
Privat vorzusorgen macht deshalb Sinn. Je früher man damit beginnt, desto mehr kann sein eigenes Geld für einen Arbeiten.
Wer eh schon in Wertpapiere investiert, hat die erste Hürde schon genommen. Für den gibt es keinen Grund, die Förderung vom Staat nicht mitzunehmen.
Und für den großen Rest gibt es mit dem neuen Altersvorsorgedepot keine Ausrede mehr. Der Staat schenkt dir bares Geld, welches von Jahr zu Jahr für dich arbeitet und den Zinseszins-Effekt für dich anschiebt.
Wie immer gilt: Sprich mit deinen Eltern darüber und informiere dich kritisch, um dir deine eigene Meinung zu bilden.

