Gold

Wichtiger Baustein im Portfolio

Nichts symbolisiert Vermögen und Reichtum so sehr wie ein Goldbarren. Seit Jahrtausenden steht dieses Edelmetall für Luxus, Prestige und Wohlstand. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Am 24. Januar 1848 entdeckte James W. Marshall beim Bau einer Sägemühle im damals dünn besiedelten Kalifornien ein paar Goldkörner und löste damit den kalifornischen Goldrausch aus. Hunderttausende Glücksritter machten sich daraufhin auf den Weg und pflügten das Land regelrecht um.

Three men and one woman panning for gold during the California Gold Rush

Quelle: Wikimedia Commons

Warum eigentlich? Was kann man denn mit einem Stück Gold machen? Warum hat dieses Metall so einen Einfluss auf uns Menschen? Woher kommt sein Wert?

Der Wert des Goldes

Die Menschheit holt seit Jahrtausenden Metalle und Rohstoffe aus dem Boden: Kupfer, Zinn, Eisen, Silber, usw.

Der Unterschied zu Gold ist, dass diese Metalle in der Industrie gebraucht werden. Aus ihnen werden Produkte hergestellt, wodurch sie einen Wert haben. Je mehr dieser Produkte nachgefragt werden, desto höher steigt der Preis.

Gold wird nur sehr wenig in der Industrie verarbeitet. Nur etwa 10% des geförderten Goldes wird in Leiterplatten, Steckverbindungen oder in der Medizintechnik eingesetzt. Das bedeutet, das geförderte Gold reicht locker aus, um die Industrie zu versorgen. Es gibt quasi ein Überangebot, was den Preis eigentlich drücken müsste. Also muss sein Wert woanders herkommen.

Am Ende ist es wie mit unserem Papiergeld. Wir haben uns als Menschheit darauf geeinigt, dass es einen Wert hat. Wenn ich mit einem 20 Euro-Schein im Supermarkt bezahle ist es ähnlich. Der Wert des Scheins ist natürlich viel geringer, als die Waren, die ich dafür bekomme. Aber zwischen mir und dem Verkäufer gibt es eine unausgesprochene Vereinbarung, dass ich mit diesem Stück Papier die Waren bekomme.

Wenn sich alle darauf einigen, dass Gold wertvoll ist, schafft das Vertrauen. Vertrauen, dass ich für das Stück Gold, das ich heute besitze, auch in Zukunft Waren oder andere Währungen bekomme.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Gold selten ist. Die Natur kann es nicht nachproduzieren, der Mensch kann es nicht künstlich herstellen, auch wenn man es schon versucht hat. Wir müssen es also aus dem Boden holen.

Wenn man alles Gold, was die Menschheit jemals aus dem Boden geholt hat, zu einem Würfel zusammenschmelzen würde, hätte der Würfel eine Kantenlänge von nur 22 Metern. Das muss man sich mal vorstellen. Der Würfel würde locker auf ein halbes Fußballfeld passen. Er würde nicht einmal sehr weit aus dem 16-Meter-Raum herausragen!

Letztendlich hilft es natürlich auch, dass Gold hübsch aussieht und unkaputtbar ist. Ein großer Teil (ca. die Hälfte) der Goldproduktion geht in die Schmuckindustrie. Goldmünzen, die seit Tausenden Jahren in einem Schiffswrack unter Wasser liegen, glänzen noch genau so schön wie am ersten Tag. Wären die Münzen aus Eisen, würden sie verrosten. Gold bleibt dagegen Gold.

Es gibt also viele gute Gründe, warum Gold wertvoll ist. Für dich als jungen Vermögensaufbauer stellt sich also die Frage, wie du vom Goldwert langfristig profitieren kannst.

Physisches Gold

Natürlich gibt es die Möglichkeit, physisches Gold zu kaufen und es sich zu Hause oder in der Bank in einen Tresor zu legen. Das gibt Sicherheit, da man immer darauf zugreifen kann.

Das ist aber auch gleichzeitig der größte Nachteil. Man muss das Gold vor Zugriff schützen und eben Geld für Sicherheitstechnik ausgeben. Auch die Bank verlangt eine Gebühr für die Bereitstellung eines Schließfachs. Eine Versicherung gegen Diebstahl gibt es auch nicht umsonst.

Alle diese Kostenfaktoren schmälern am Ende die Rendite. Dafür hat man den Vorteil, dass man jederzeit physischen Zugriff hat. Genau das ist es, was viele Schätzen: Gold als sicherer Anker in Krisenzeiten.

Ein besonders angenehmes Merkmal von physischem Gold ist steuerlicher Natur: Nach einem Jahr Haltedauer kannst du es steuerfrei verkaufen.

Im Gegensatz zu Aktien sparst du dir damit die Abgeltungssteuer inklusive Soli und Kirchensteuer – das sind insgesamt 27,82 % Steuern auf den Gewinn.

Anhand eines Beispiels wird der Vorteil deutlich:

  • Du hast ein Stück Gold im Wert von 100 Euro gekauft.
    Nach einem Jahr und einem Tag verkaufst du es für 200 Euro.
    => Dein Gewinn: 100€
  • Dein Freund hat eine Aktie für 100 Euro gekauft. Er verkauft die Aktie (egal wann) für 200 Euro.
    => Sein Gewinn: 100 € – 27,82 € Steuern = 72,18 €

Gold-ETFs

Anstatt direkt in Gold zu investieren, gibt es auch die Möglichkeit, indirekt von der Wertsteigerung des Edelmetalls zu profitieren. Das geht, indem man Aktien von den Unternehmen kauft, die das Gold aus der Erde holen: Bergbauunternehmen.

Der Erfolg dieser Firmen hängt oft direkt vom Goldpreis ab. Steigt der Preis, verdienen sie mehr. Das geht natürlich auch in die andere Richtung.

Allerdings ist ein Investment in Einzelaktien immer risikoreich. Man hängt voll vom Erfolg oder Misserfolg der Firma ab. Sicherer ist es auch bei Goldaktien, die Vorteile von ETFs zu nutzen.

Dabei handelt es sich um Indexfonds, die Aktien von Goldminen-Firmen beinhalten. Man kann Anteile an einem ETF genauso kaufen, wie von normalen Aktien. Kauft man einen ETF, investiert man gleichzeitig in viele Unternehmen und streut damit das Risiko.

Hier ein Beispiel für einen Gold-ETF:

VanEck Gold Miners UCITS ETF: In diesem Aktienkorb befinden sich 51 verschiedene Unternehmen aus dem Bereich der Gold- und Silberförderung. Investierst du hier 100 Euro, investierst du gleichzeitig in alle 51 Firmen.

Vergleicht man den Kursverlauf von Gold (links), mit dem des ETFs (rechts) erkennt man sofort, wie eng der ETF am Goldpreis gekoppelt ist:

Quelle: finanzen.net

Das zeigt, dass die Investition in einen Gold-Miners-ETF eine Möglichkeit ist, indirekt in das Edelmetall zu investieren, ohne sich Gold physisch ins Haus zu holen. Stattdessen hat man das Gold quasi immer dabei: in der Banking-App auf deinem Smartphone!

Neben diesem Vorteil gibt es beim ETF noch ein Schmankerl obendrauf. Das schönste Wort, welches es im Universum des langfristigen Vermögensaufbaus gibt: Dividende

Einige der Firmen, die im ETF enthalten sind, schütten regelmäßig eine Dividende aus. Du kassierst also extra. Ein Goldbarren im Tresor, zahlt dir keine Dividende aus.

Das extra-Cash wird dir aber nicht aufs Konto überwiesen. Mal ehrlich, da wäre es schnell weg 😉
Stattdessen wird es automatisch in den ETF reinvestiert. Das triggert deinen mächtigsten Verbündeten: den Zinseszinseffekt.

Du kaufst mit den Dividenden noch mehr Anteile vom ETF, wodurch du noch mehr Dividenden kassierst, von denen du wiederum mehr ETF Teile kaufst, usw. Im Laufe von 10, 20, 30 oder 40 Jahren kommt da einiges zusammen.

Ein Nachteil beim Investieren in Gold-ETFs ist, dass es hier keine Steuerbefreiung nach einem Jahr Haltedauer gibt. Verkaufst du irgendwann mal Anteile, langt Vater Staat über die Kapitalertragsteuer plus Soli und ggf. Kirchensteuer voll zu und verdient mit.

Gold-ETCs

Es gibt noch eine weitere spannende Möglichkeit, das eigene Depot mit Gold anzureichern: Gold ETCs

ETC steht für Exchange Traded Commodities. Das sind börsengehandelte Wertpapiere, die es Anlegern ermöglichen, in Rohstoffe (wie Gold, Öl oder Weizen) zu investieren, ohne sie physisch kaufen zu müssen. Das klingt erst mal kompliziert, aber lass dich davon nicht beunruhigen.

Sehen wir uns ein Beispiel für einen ETC an, das sogenannte Xetra Gold

Dahinter steht die Deutsche Börse Commodities GmbH – ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Börse und mehreren großen Banken. Auch hier kannst du ganz normal per Sparplan jeden Monat Anteile erwerben. Genauso wie bei Einzelaktien oder ETFs.

Der Clou: Für jeden einzelnen Anteilsschein, den du im Depot hältst, wird im Zentraltresor des deutschen Wertpapier-Zentralverwahrers exakt ein Gramm physisches Gold hinterlegt. Hinter jedem Anteilsschein steckt also echtes Gold.

Du hast sogar das Recht, dir dein Gold jederzeit liefern zu lassen. Ansonsten bleibt das Gold sicher bei der Bank und alles was du davon siehst, ist ein weiterer Eintrag im Depot deiner Banking-App.

Wie du dir sicherlich denken kannst, fallen für die Lagerung und Sicherung des Goldes Gebühren an. Schließlich muss das Gold im Tresor versichert und bewacht werden. Das ist also ein kleiner Nachteil.

Dafür hast du aber den gleichen Steuervorteil, wie bei physischem Gold. Vor ein paar Jahren haben deutsche Steuergerichte entschieden, dass Xetra Gold steuerlich wie echtes Gold behandelt wird, eben weil dahinter ja echtes Gold steckt.

Also, auch hier gilt: Verkaufst du Anteile nach mehr als einem Jahr Haltedauer mit Gewinn, geht der Staat leer aus. Du zahlst keine Steuern.

Die Zusammenhänge verstehen

Das spannende in der Finanzwelt sind die Mechanismen, die den Kurs von Aktien, ETFs, Anleihen oder eben Rohstoffen beeinflussen. Auch bei Gold gibt es einige Zusammenhänge, die man verstehen sollte.

  1. Zinsen:
    Da Gold keine Zinsen abwirft, wird es im Vergleich zu zinsbringenden Anlageformen (z.B. Anleihen) unattraktiver, wenn die Zinsen steigen. Wenn die Notenbanken also die Zinsen erhöhen, ist das bei Gold ein Faktor, der eher für einen sinkenden Goldpreis sorgt.
  2. Krisen:
    Eine Faustregel besagt, dass Gold als „sicherer Hafen“ angesehen wird. In Zeiten politischer Krisen und militärischer Konflikte suchen viele Anleger nach Sicherheit und investieren ihr Geld verstärkt in Gold. Dies hat zur Folge, dass der Goldpreis steigt.
  3. Inflation:
    Hohe Inflation treibt die Nachfrage und damit den Preis von Gold nach oben. Wenn Geld auf dem Sparbuch liegt und an Wert verliert, kaufen mehr Menschen Gold. Hintergrund ist, dass Gold normalerweise stabiler ist, weil das Angebot begrenzt ist und man es nicht einfach vermehren kann. Seine Kaufkraft bleibt dadurch stabil.
  4. Notenbanken:
    Die größten Besitzer von Gold sind Staaten bzw. deren Notenbanken (wie zum Beispiel die Deutsche Bundesbank oder die Federal Reserve in den USA). Sie verwenden das Gold als Stabilitätsanker und Sicherheitsfaktor. Wenn sie ihre Goldbestände aufstocken, steigt die Nachfrage, was wiederum den Preis erhöht.
  5. Der US-Dollar
    Der Goldhandel wird weltweit in US-Dollar abgewickelt. Dadurch ergibt sich ein wichtiger Zusammenhang zwischen dem Umrechnungskurs und dem Goldpreis.
    Ein Beispiel: Du machst Urlaub in den USA und tauschst 100 € in Dollar um. Wie viele Dollar du für deine 100 Euro bekommst, hängt vom aktuellen Wechselkurs ab. Dieser schwankt täglich. Heute bekommst du 115 Dollar für deine 100 Euro, nächsten Monat vielleicht 120 Dollar. Wenn der Dollar „schwach“ ist, also man viele Dollar bekommt, ist es ein günstiger Zeitpunkt Gold zu kaufen. Eben weil man Gold in Dollar kauft, und man gerade viele Dollar für seine Euros bekommt. Man kann also mit der selben Euro-Menge, mehr Gold kaufen. Das machen dann auch viele, die Nachfrage steigt. Immer wenn die Nachfrage nach etwas steigt, wird es teurer. So ist es auch beim Gold. Ein schwacher Dollar hat also einen positiven Effekt auf den Goldpreis.

Fazit

Als langfristiger Vermögensaufbauer solltest du zwar die Mechanismen verstehen, die den Goldpreis beeinflussen. Allerdings sind die Einflussfaktoren nicht in Stein gemeißelt, sie geben nur eine Tendenz vor. Niemand kann mit Sicherheit vorhersagen, wie sich der Kurs des Goldes entwickeln wird, genauso wenig wie man das bei Aktien, ETFs, Anleihen, etc. sagen kann. Du fährst also auch bei Gold mit einem monatlichen Sparplan am besten.

Viele Experten empfehlen eine Beimischung von 5-10%. Wenn du also per Sparplan jeden Monat 100 Euro in dein Portfolio investierst, sollten 5-10 Euro davon in Gold fließen. Mit Gold ETFs oder den Gold ETCs geht das genauso leicht, wie mit anderen ETFs oder Einzelaktien.

Ich hoffe dieser Beitrag hat dir gefallen und hat dich neugierig auf die spannende Anlageform Gold gemacht. Hinweise, Kommentare oder deine Meinung lese ich gerne, wenn du sie mir an info@plantyourmoney.de sendest.


Quellen:
„Gold Ihr Weg zu Reichtum – Verpassen Sie nicht den Boom!“ von Maximilian Ritter
Titel-Foto von Jingming Pan auf Unsplash